Merkels erster Mann im Kanzleramt und seine Lektion in Sachen Krisenmanagement

Thomas de Maizière – damals noch Kanzleramtsminister – bei der CDU-Mittelstandsvereinigung Sankt Augustin – Ortstermin in der Niederpleiser Mühle am 16. April 2009: Auf Einladung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Sankt Augustin der CDU gab de Maizière einen Einblick in das Krisenmanagement der Bundesregierung.

„Ich zögere ein wenig zu sagen, dass es die tiefste Rezession seit Gründung der Bundesrepublik ist.“ Mit diesen Worten leitete Thomas de Maizière seinen Vortrag ein und verwies auf die Nachwendezeit in den Neuen Bundesländern, deren Entwicklung er als politischer Akteur hautnah miterlebt hat. So war er unter anderem Mitglied der Verhandlungsdelegation für den Einigungsvertrag und bekleidete verschiedene Ministerämter in Sachsen. Dort, so de Maizière, sei der wirtschaftliche Einbruch wesentlich stärker gewesen als man es zurzeit in der Bundesrepublik insgesamt erlebe. Tief in Westen der Republik ein wichtiger Hinweis des erfahrenen Politik-Managers, der erkennbar um eine sachliche Debatte bemüht ist. Die aktuelle – gesamtdeutsche und weltweite – Krise sei allerdings sicher „mehr als eine normale Rezession“. Die Wirtschaft erleide zurzeit dramatische Auftragseinbrüche.

De Maizière ging dann auf das scheinbare Paradoxon ein, dass die allgemeine Stimmung und das Konsumklima trotz Ausnahmekrise immer noch vergleichsweise gut sind. „Es gibt Systeme der Binnenwirtschaft, die aktuell noch gar nicht betroffen sind.“ „Merkels erster Mann im Kanzleramt und seine Lektion in Sachen Krisenmanagement“ weiterlesen

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Kommentar: Doch alles Krise?

„Trotz einer Flut negativer Meldungen zur konjunkturellen Entwicklung bleibt die Stimmung bei den Verbrauchern insgesamt nahezu unverändert“, schrieb die Gesellschaft für Konsumforschung am 26. März 2009 zur Veröffentlichung ihres  Konsumklimaindexes. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen seien „nach Zuwächsen im Vormonat jetzt zwar leicht rückläufig“. Die Anschaffungsneigung bleibe jedoch „auf gutem Niveau“. Mehrere Male in Folge hatte sich das Konsumklima in Deutschland zuvor verbessert.

Krisen-Headline vom 1. April 2009
Krisen-Headline vom 1. April 2009

Wenige Tage später, am 1. April 2009 (!), publizierte ein Wirtschaftsblatt die Schlagzeile: „Arbeitsmarkt droht zu kippen: Schwärzester März seit 1928“. Anlass für die alarmierende Headline war eine Veröffentlichung der Agentur für Arbeit. Danach sei erstmals seit 1928 die sonst übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ausgeblieben. Die Schlagzeile „dreht“, wie es Medienleute sagen, die inflationären Meldungen über die angeblich schlimmste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg „weiter“. An ihr zeigt sich einmal mehr die Problematik historischer Vergleiche, die sich aktuell durch die Krisenberichterstattung ziehen. Wie war die Lage im Deutschland von 1928 – 10 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg?

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Kommentar: Doch alles Krise?