Forderung nach einem verantwortlichen Kapitalismus: Erinnerung an eine Rede von Lord Ralf Dahrendorf

Der frühere Bundesbankpräsident Professor Hans Tietmeyer mit Lord Ralf Dahrendorf und Carsten Seim
Der frühere Bundesbankpräsident Professor Hans Tietmeyer mit Lord Ralf Dahrendorf und Carsten Seim Foto: Nikola

Lord Ralf Dahrendorf, der große liberale europäische Vordenker, ist tot. Er starb am Mittwoch, 17. Juni, in Köln. Im Oktober 2004 hatte sich Dahrendorf, der als einer der wichtigsten Vertreter liberaler Gesellschafts- und Staatstheorie galt, in Berlin in einer Rede mit der Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft auseinandergesetzt. Dahrendorf forderte dabei einen  verantwortlichen Kapitalismus („responsible capitalism). Seine Kritik an allzu kurzfristigem Profitdenken liest sich wie eine vorweggenommene Warnung vor Vorgehensweisen an den Finanzmärkten, die in die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise geführt haben. Dahrendorf beschäftigte sich darüber hinaus mit der Zukunft des sozialen Ausgleichs in der Sozialen Marktwirtschaft.  Historisch betrachtet sei dieses Wirtschafts- und Sozialsystem „nicht aus einem Guss“, sondern eine „Legierung“: Wer in Deutschland von Sozialer Marktwirtschaft spreche, meine im Regelfall „Ludwig Erhard plus katholische Soziallehre“ – für Dahrendorf ein „Programm der Unvereinbarkeiten, das die frühe CDU und CSU prägte und sie in gewissem Masse bis heute prägt“.

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