Hyperlokal – wie ein Familien-Verlag der Printkrise trotzt

Rautenberg Media - die Verlegerfamlie. Foto: Carsten Seim für den Unternehmerclub pro Troisdorf

Rautenberg Media in Troisdorf ist ein in dritter Generation geführter Familienbetrieb und ein Hidden Champion im Mediengeschäft. Mit seinen 200 Ortszeitungen erreicht der Verlag 3,75 Millionen Leser. In der Region Rhein-Sieg verbreitet das Unternehmen den „Rundblick“. 1961 als Garagenunternehmen gestartet, beschäftigt Rautenberg heute 150 Mitarbeiter und 60 feste und freie Lokalredakteure. In einem Interview für den Unternehmer-Club pro Troisdorf erklärt Geschäftsführungsmitglied David Otten, Enkel des Firmengründer Ewald Rautenberg: „Ja, unsere Auflagen steigen … Ein Erfolgsgeheimnis ist dabei, dass wir hyperlokal – also noch näher am Menschen – sind, als übliche Lokalteile klassischer Tageszeitungen. Im Rundblick berichten wir über das, was vor der eigenen Haustür passiert. Solche Inhalte kommen in Regionalzeitungen, die aus Kostengründen vielfach ihre Lokalredaktionen zusammenlegen, immer weniger vor.“

Und wie sieht die Zeitungszukunft in 20 Jahren aus? Hierzu erklärt der Troisdorfer Unternehmer: „Unsere Zielgruppe ist nicht nach Altersgruppen, sondern nach lokaler Zugehörigkeit und dem entsprechenden lokalen Interesse strukturiert. In unserer Marktnische setzen wir derzeit weiter auf Print. Niemand kann sagen, was in zwei Jahrzehnten ist. Unverwechselbar und für alle, die gute Nachbarschaft leben, und unentbehrlich bleiben unsere Inhalte. Ob diese die Empfänger auf einer Oberfläche aus Papier oder der eines Tablets erreichen, ändert nichts daran, dass es weiterhin einen Bedarf an hyperlokalen Inhalten geben wird, die ein USP von RMP sind. Wir arbeiten natürlich bereits an Zukunftskonzepten, die über das Zeitungsformat hinausgehen.“

Dazu führte Otten folgendes aus:

„Der Druck von Zeitungen und Akzidenzien ist nach wie vor unser Kerngeschäft. Wir bereiten uns allerdings auch auf die Zukunft vor. Bereits 1996 und damit sehr früh haben wir einen Internetbereich entwickelt. Heute bieten wir in diesem Geschäftsbereich unter anderem Internetportale, Shopsysteme und Blogs für Unternehmen an. Seit kurzem sind wir auch in die Produktion von Filmen eingestiegen. Wir bieten Filme für jedes Genre – vom Werbespot über Imagefilme und Unternehmensporträts bis zu Produktvorstellungen. Die Nachfrage danach erreicht uns über unseren Kundenstamm, den wir bereits mit unseren Kernprodukten betreuen. Die Filme richten sich vor allem an die junge Generation, die sehr stark auf das Bewegtbild fixiert ist. Das wird sich über die massive Expansion des mobilen Internets via Smartphones und Tablet noch verstärken.“

Lesen Sie auf der Webseite des Unternehmer-Clubs pro Troisdorf das gesamte Interview. 

Eckdaten zu Rautenberg Media

  • Gründer des Unternehmens: Ewald und Margarete Rautenberg.
  • 1961: Produktion der ersten Amtsblätter – Kleinbetrieb in Siegburg
  • 1974: nach rapider Expansion 80 Städte- und Gemeindezeitungen
  • Akzidenz-Druck
  • In den 80er-Jahren führt das Unternehmen in der Verwaltung und auch in der Satztechnik EDV ein
  • 1990: neue Zeitungen in den neuen Bundesländern (Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt). In Berlin publiziert die Verlagsgruppe mit dem punkt3-Verlag eine Zeitschrift. Diese wird durch die S-Bahn genutzt.
  • Seit 1996: Erstellung von Webseiten
  • 1997: Umzug von der Mendener Straße in die Kasinostraße: 5600 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche.
  • 2011: 50 Jahre RMP
  • 2014: Einstieg ins Filmgeschäft – zum Beispiel Imagefilme, Video-Statements, Industriefilme, Produktfilme, animierte Kurzfilme
  • Aktuell: 150 Mitarbeiter und mehr als 60 Lokalredakteure
  • Rund 200 Zeitungen erreichen 1 Million Haushalte.
  • Leserreichweite: 3,75 Millionen

 

Carsten Seim

Carsten Seim, Redaktionsbüro avaris | konzept

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