Konjunkturkurven: noch mehr Buchstaben: Das W, das U, das V, das Doppel W – oder geht das BIP gar baden?

Über die neue Hochkonjunktur des Buchstabens W in Wirtschaftskommentaren ist auf dieser  bereits geschrieben worden. Benedikt Fuest, Wirtschaftsredakteur beim Rheinischen Merkur, hat sich des Themas ebenfalls angenommen. Zitat:

  • In der größten Wirtschaftskrise seit 1949 ist es manchmal schwierig, die Entwicklung in Worte zu fassen. „Leider wird die Krise nicht die Form eines V haben“, versuchte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel unlängst in der Beschreibung von Konjunkturkurven. Sie erwarte vielmehr „die Form einer Badewanne“. Damit fasste Merkel die Bedenken der Konjunkturforscher zusammen, dass nach dem tiefen Fall Anfang des Jahres eine längere Phase der wirtschaftlichen Stagnation auf niedrigem Niveau folgen könnte, bevor es wieder aufwärts geht.“

Marcel Speker, Sprecher der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU), hat die neue Lust an Buchstaben in Zusammenhang mit Kommentaren zur Konjunkturkrise unter dem Titel „U-Bahn“ gleichfalls aufgegriffen. Hier der Text, aus der neuen Ausgabe des Verbandsmagazins „ferrum“ im Zitat:

  • Wie verhält sich diese Krise? Die Frage wird heiß diskutiert. Und dabei werden verschiedene Theorien entwickelt, die sich im Kern mit der Frage auseinandersetzen, wie lange es dauert, die Talsohle zu durchschreiten.Sie alle kennen die Kurvendiagramme, die die wirtschaftliche Situation darstellen sollen. Für die ersten Monaten der Krise – also für das zweite Halbjahr 2008 – ist wohl nur noch darüber zu diskutieren, wie steil genau die Gerade nach unten führt.Mittlerweile jedoch sind die ersten Seitwärtstendenzen gesichtet worden und schon finden die ersten Diskussionen statt, ob sich diese Krise denn wie ein U,V oder gar ein W oder ein WW verhalten wird. Dabei ist die Ähnlichkeit gemeint, die der Verlauf des Kurvendiagramms über die Krise mit dem jeweiligen Buchstaben hat.Bei einem U schwächt sich der Abschwung langsam ab, bewegt sich eine Weile seitwärts – wobei dann auch noch die Breite des Us diskutiert werden kann – und orientiert sich schließlich wieder steil nach oben. Am wenigsten schmerzhaft wäre in diesem Szenario wohl das V – schnell runter, schnell wieder rauf – war was? Das W oder gar das WW (das Spielchen ließe sich beliebig weitertreiben) steht für eine uneinheitliche Erholung eines völlig aus dem Tritt geratenen Systems.

    Wie auch immer die Wirtschaftswissenschaftler im Nachhinein den Verlauf dieser beispiellosen Krise beschreiben werden – sicher scheint, dass es wohl noch eine ganze Weile dauern wird, bis wir wissen werden, welcher Buchstabe zum Zuge kommt…

PS: In deutschen Texten kommt das U mit einem Anteil von 4,35 Prozent vor. Das V ist mit einem Anteil von 0,67 Prozent präsent.

Carsten Seim

Carsten Seim, Redaktionsbüro avaris | konzept

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