„Mehr Berufsorientierung“: Interview mit Niedersachsens Kultusministerin

Carsten Seim und Jan Loleit interviewen Niedersachsens Kultusministerin Frau Heiligenstadt (SPD).

„Eine aus meiner Sicht zu hohe Zahl von Berufs- und Studienabbrechern spricht dafür, dass wir … mehr Berufsorientierung brauchen“, erklärt Niedersachsens Kultusministerin in einem Gespräch für das Magazin des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen. Sie wünsche sich auch an Gesamtschulen und Gymnasien „Kompetenzfeststellungsverfahren, über die Jugendliche herausfinden können, welche Stärken und Schwächen sie haben.“ Bislang gibt es das nur an Haupt-, Real- und Oberschulen. „Bisher“, so die Ministerin weiter,“haben die Gymnasien nur ein 14-tägiges Praktikum“. Heiligenstadt: „Ich wünsche mir ein zweites Praktikum in einer anderen Altersstufe. Dabei geht es nicht nur um die Erkundung betrieblicher, sondern auch universitärer Bereiche. Das kann auch den Zuspruch für die duale Ausbildung und das duale Studium erhöhen.“

In dem Gespräch, das ich gemeinsam mit Jan Loleit, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BVN führte, machte sich Ministerin Heiligenstadt auch für die Duale Ausbildung stark: „Wir müssen immer wieder deutlich machen, dass die berufliche Bildung gleichrangig mit allgemeiner Bildung ist. Das Studium allein ist eben nicht der Königsweg! Auch eine gute duale Ausbildung kann sehr großen Erfolg bringen.“

Doch wie kann Duale Ausbildung in den Augen der jungen Zielgruppe im Vergleich zu einem akademischen Bildungsweg attraktiver werden?

Heiligenstadt: „Wenn wir die Gleichwertigkeit betonen wollen, brauchen wir die hier geforderte Durchlässigkeit von dualer Ausbildung zum Studium. Wir setzen uns in Niedersachsen sehr stark für die „offene Hochschule“ ein. Das heißt: Sie können mit einem Gesellenbrief ins Studium einsteigen. Das wird aber viel zu selten genutzt. Ich bin dafür, dass die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Ausbildungsgängen größer werden muss. Die bestehenden Übergangsmöglichkeiten müssen wir alle stärker als bisher kommunizieren.“

Diese Position der Ministerin entspricht den Forderungen des Jugendforschers Professor Klaus Hurrelmann. Hier geht es zum Interview mit dem Wissenschaftler, der zum Leitungsteam der Shell-Jugendstudie gehört.

Das gesamte Interview mit Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt auf der Webseite des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen. Die Fragen stellten Jan Loleit, stv. Hauptgeschäftsführer des BVN, und Carsten Seim.

 

Carsten Seim

Carsten Seim, Redaktionsbüro avaris | konzept

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.