Interview mit Ulrich Reifenhäuser, Geschäftsführender Gesellschafter der Reifenhäuser GmbH & Co. KG Maschinenfabrik

Ulrich Reifenhäuser im Gespräch mit Carsten Seim und Leonie Schneider-Kuttig
Die Reifenhäuser-Gruppe beschäftigt weltweit 1500 Menschen. Knapp 1000 arbeiten im Stammhaus Troisdorf. In diesem Gespräch gab Ulrich Reifenhauser, der das Familienunternehmen mit seinen Brüdern Bernd und Klaus Reifenhäuser führt, ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland ab. Das Wichtigste sei eine gute Kommunikation in der Prozesskette, so Reifenhäuser. „Vom Auftragseingang über die Konstruktion, von der Arbeitsvorbereitung bis zur Fertigung und zum Vertrieb muss diese nahtlos sowie von gegenseitigem Verständnis, Fachwissen und umfassender Erfahrung geprägt sein. Das Endergebnis aus geformten Metall und Elektronik muss am Ende genau das sein, was der Kunde haben will.“ Dies erreiche man nur in „einer perfekt eingespielten Struktur, wie wir sie in Troisdorf haben“. „Die deutsche Kommunikationkette ist nach unseren Erfahrungen unverzichtbar“, betonte der Unternehmer im Gespräch mit Leonie Schneider-Kuttig und Carsten Seim. Schneider-Kuttig ist Vorstandsvorsitzende des Unternehmer-Clubs pro Troisdorf und Geschäftsführerin der Managementberatung LEO Consult.

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Wachstum 2015 nur noch 1,3 Prozent – HWWI senkt Prognose

hwwiNach Aussagen des Hamburgischen WeltwirtschaftsInstitutes (HWWI) wird Deutschland in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent abschließen. Im kommenden Jahr rechnen die Forscher mit einem Plus von 1,3 Prozent. Ihrer Ansicht nach „wird die Binnenwirtschaft die wichtigste Wachstumsstütze bleiben“: „Vor allem der private Konsum wird aufgrund der weiterhin günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und steigender Realeinkommen deutlich zum Wachstum beitragen.“

Das HWWI meint, dass der Mindestlohn „tendenziell die Arbeitslosigkeit erhöhen und den Aufbau der Erwerbstätigkeit dämpfen“ wird. Die von der Großen Koalition beschlossene „abschlagsfreie Rente dürfte … die Erwerbstätigkeit mindern“. Mehr lesen

Der Buchstabe W und die deutsche Konjunktur: wie auch Positivzahlen zu neuen Warnungen führen können

Im Trend: Konjunkturkurven als Buchstaben
Im Trend: Konjunkturkurven als Buchstaben

Was wissen wir über das W? Der Buchstabe kommt an 23. Stelle im Alphabet und wird in deutschen Texten üblicherweise mit einer Häufigkeit kleiner als zwei Prozent verwendet: Das könnte sich in nächster Zeit ändern. Denn die Kommentatoren haben den W-förmigen Konjunkturverlauf entdeckt.

Die Auftragseingänge der deutschen Industrie nehmen zu, nach Quartalen sinkender Wirtschaftsleistung fängt sich das BIP offenbar wieder. Jetzt, wo das Ende der Talfahrt erst einmal erreicht zu sein scheint, will man wenigstens rechtzeitig gewarnt haben: Es könnte wieder abwärts gehen.

  • wenn zum Jahresende die Arbeitslosenzahl wieder auf vier Millionen gestiegen ist.
  • wenn die Banken weitere toxische Papiere abschreiben müssen.
  • wenn die Autoindustrie nicht länger von der Abwrackprämie profitieren kann.
  • wenn die Weltkonjunktur weiter schwächelt, weil zum Beispiel die Amerikaner zum Angstsparen übergehen, statt weiter ungehemmt und über ihre Verhältnisse zu konsumieren.
  • wenn der Wert der von den Chinesen gehorteten Dollarberge weiter verfällt.

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Konjunkturkurven: noch mehr Buchstaben: Das W, das U, das V, das Doppel W – oder geht das BIP gar baden?

Über die neue Hochkonjunktur des Buchstabens W in Wirtschaftskommentaren ist auf dieser  bereits geschrieben worden. Benedikt Fuest, Wirtschaftsredakteur beim Rheinischen Merkur, hat sich des Themas ebenfalls angenommen. Zitat:

  • In der größten Wirtschaftskrise seit 1949 ist es manchmal schwierig, die Entwicklung in Worte zu fassen. „Leider wird die Krise nicht die Form eines V haben“, versuchte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel unlängst in der Beschreibung von Konjunkturkurven. Sie erwarte vielmehr „die Form einer Badewanne“. Damit fasste Merkel die Bedenken der Konjunkturforscher zusammen, dass nach dem tiefen Fall Anfang des Jahres eine längere Phase der wirtschaftlichen Stagnation auf niedrigem Niveau folgen könnte, bevor es wieder aufwärts geht.“

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Merkels erster Mann im Kanzleramt und seine Lektion in Sachen Krisenmanagement

Thomas de Maizière – damals noch Kanzleramtsminister – bei der CDU-Mittelstandsvereinigung Sankt Augustin – Ortstermin in der Niederpleiser Mühle am 16. April 2009: Auf Einladung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Sankt Augustin der CDU gab de Maizière einen Einblick in das Krisenmanagement der Bundesregierung.

„Ich zögere ein wenig zu sagen, dass es die tiefste Rezession seit Gründung der Bundesrepublik ist.“ Mit diesen Worten leitete Thomas de Maizière seinen Vortrag ein und verwies auf die Nachwendezeit in den Neuen Bundesländern, deren Entwicklung er als politischer Akteur hautnah miterlebt hat. So war er unter anderem Mitglied der Verhandlungsdelegation für den Einigungsvertrag und bekleidete verschiedene Ministerämter in Sachsen. Dort, so de Maizière, sei der wirtschaftliche Einbruch wesentlich stärker gewesen als man es zurzeit in der Bundesrepublik insgesamt erlebe. Tief in Westen der Republik ein wichtiger Hinweis des erfahrenen Politik-Managers, der erkennbar um eine sachliche Debatte bemüht ist. Die aktuelle – gesamtdeutsche und weltweite – Krise sei allerdings sicher „mehr als eine normale Rezession“. Die Wirtschaft erleide zurzeit dramatische Auftragseinbrüche.

De Maizière ging dann auf das scheinbare Paradoxon ein, dass die allgemeine Stimmung und das Konsumklima trotz Ausnahmekrise immer noch vergleichsweise gut sind. „Es gibt Systeme der Binnenwirtschaft, die aktuell noch gar nicht betroffen sind.“ Mehr lesen