Zitiert: Tichys Einblick zu Lindners angeblicher Wutrede im Landtag …

… und das Rudelverhalten in der Berichterstattung mancher Medien. FDP-Vorsitzender und NRW-MdL Christian Lindner hatte in einer Landtagsrede auf einen hämischen Zwischenrufer aus der SPD-Fraktion reagiert. Das online auch von der WELT verbreitete Video wurde – Stand 4. Februar – mehr als 1,5 Millionen Mal aufgerufen. Im Online-Portal Tichys Einblick des früheren Wiwo-Chefredakteurs Roland Tichy schreibt Fritz Goergen dazu:

„Wutrede“? Keine Spur von Wut, wohl aber von unbändigem Spaß über ein so fabelhaftes Geschenk. Lindners Freude nahm von Minute zu Minute derart zu, dass er am Ende unter dem lauten Gelächter des Landtagsplenums selbst sagte: „So, das hat Spaß gemacht.“ Wonach er seine in der Sache scharfe Kritik an der Politik der rot-grünen Landesregierung 11 Minuten fortsetzte. Der Schlussapplaus fiel überdurchschnittlich lang und laut aus.

Der Vorgang ist ein Lehrstück unserer Medienwelt, der traditionellen Medien, der neuen und ihrer gegenseitigen Wirkungen. Einer schreibt „Wutrede“ und alle wiederholen es ungeprüft und ohne nachzudenken.

Wer das Video wider Erwarten noch nicht gesehen haben sollte …

Ich habe den Lindner-Konter zuerst in sozialen Netzwerken gesehen und kommentiert: “Auch mir hat es Spaß gemacht.” Ich fühlte mich an Situationen im Bundestag der 70er-Jahre erinnert. Lindners Reaktion war professionell und – wie bereits gesagt – erfrischend unterhaltsam. In der Schärfe hätte sie auch von Westerwelle kommen können. Doch Lindner schafft es im Unterschied zu Guido W. gleichzeitig noch, den Inhalt sympathisch zu transportieren. Es war sicher keine “Wutrede”, aber ein Lehrstück für einen guten Konter, den sich der Zwischenrufer redlich verdient hat. Und zwar unabhängig davon, wie viel Aufmerksamkeit die FDP durch kurz gegriffene Medienberichterstattung erhalten hat und wie innovativ sie selbst ist: Auch die Kraft-volle Innovationspolitik der NRW-Landesregierung hat Aufmerksamkeit und Einblick verdient.

Carsten Seim

Carsten Seim, Redaktionsbüro avaris | konzept

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