IAB-Direktor Bernd Fitzenberger über den Arbeitsmarkt in der Corona-Krise

Professor Bernd Fitzenberger, Direktor des IAB, im interview mit Carsten Seim, Foto: IAB

Mit Professor Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), habe ich in der zweiten Januar-Hälfte über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt und seine Prognose für das Jahr 2021 gesprochen. Der Stanford-Ökonom vertritt die Auffassung, dass „wir erst in der zweiten Jahreshälfte wesentliche Wachstumsimpulse erleben“. Der Arbeitsmarkt habe in 2020 relativ gut gehalten: „Die Sicherungssysteme sind stabil geblieben. Als IAB gehen wir davon aus, dass dies weiterhin der Fall sein wird.“ Schwierig war die Lage im vergangenen Jahr für viele Mini-Jobber. Sie melden sich nicht alle arbeitslos und tauchen deshalb in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.

Weiter erklärte Professor Bernd Fitzenberger: „Trotz der bestehenden Unsicherheiten über die weitere Entwicklung sehen wir noch keinen Anlass, unsere Prognose beim Wachstum nach unten und bei der Arbeitslosigkeit nach oben zu korrigieren. Die Dezember-Zahlen zur Arbeitslosigkeit waren ja fast überraschend positiv trotz der Dramatik der Pandemie und der Schließungen.“

Professor Fitzenberger zur Wirkung des Instruments „Kurzarbeit“ in der Corona-Krise: „Sechs Millionen Menschen waren … beim Höchststand im April (2021) tatsächlich in Kurzarbeit, und der durchschnittliche Arbeitszeitausfall betrug 50 Prozent. Das entspricht dem Arbeitsvolumen von drei Millionen Beschäftigten, die sonst zu einem großen Teil arbeitslos geworden wären. Zum Vergleich: In der Finanzkrise 2008/2009 lag die Zahl zwischen einer und zwei Millionen Beschäftigten.“

Massive Auswirkungen hat die Corona-Krise den Worten des IAB-Direktors nach bei der geringfügigen Beschäftigung:Wir haben während des ersten Lockdowns im Frühjahr eine halbe Million Stellen verloren. Da waren viele Mini-Jobs dabei und viele Menschen, die sich noch etwas zu ihrer Rente dazuverdient haben. Diese Jobs sind bisher nicht zurückgekommen. Dieser Rückgang spiegelt sich in der Arbeitslosenquote nur zum Teil wider, weil sich diese Menschen nicht alle arbeitslos melden.

Das gesamte Interview finden Sie hier.

Foto: IAB/Wolfram Murr, Photofabrik

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