Gabriele Heiders Überlebenszeichen

Die Malerin Gabriele Heider
Die Malerin Gabriele Heider

Körpergedächtnis Dimension I nennt Gabriele Heider das eine ihrer beiden 2,80 mal 2,90 Meter großen Bilder. Mit Wucht hat die Malerin halbkreisförmige weiße, blaue, rote Halbkreise auf den Hintergrund geschleudert, der wiederum  in verschiedenen Rottönen, einem hellen Grün und einer sonnengelben Fläche in der oberen Bildmitte gehalten ist. Vor mir sehe ich das fertige Werke, und hinter mir die Spuren ihrer Arbeit in ihrem Atelier – der frühere Heuspeicher des elterlichen Gutshofes, 1928 gebaut mit einem Dachgebälk aus unbehandelten Baumstämmen und rohen Dielen auf Lehm. Darauf sind rechteckige Farbränder zu sehen. Es sind Arbeitsspuren: Gabriele Heider legt die Leinwände auf den Boden, wenn sie in ihre Bildwelten eintaucht.

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Experten-Interview zum Burnout und zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Experten-Interview zum Burnout, zu Fragen der Leistungsfähgkeit und des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die Fragen stellte Carsten Seim
Experten-Interview zum Burnout, zu Fragen der Leistungsfähgkeit und des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Erschöpfung: Nach Schalke-Trainer Ralf Rangnick hat deswegen nun auch der Ex-FC-Bayern-Spieler Michael Sternkopf seine Arbeit ausgesetzt. „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar, wie lange diese Behandlung dauern wird“, teilte sein aktueller Club, die Kickers Offenbach, Ende Oktober mit. Seit Rangnicksöffentlichem Bekenntnis, er brauche „nach langer und reiflicher Überlegung … eine Pause“, thematisieren Medien die angebliche „Volkskrankheit Burnout“ wieder verstärkt. Schnell war auch der Zusammenhang zwischen angeblich immer größerem Stress der Arbeitnehmer in den Betrieben und gesundheitlichen Störungen hergestellt. Im Interview mit Betriebspraxis & Arbeitsforschung, dem Magazin des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf, äußern sich Dr.-Ing. Falk-Gerald Reichel vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall und Dr. Stephan Sandrock, Experte im Fachgebiet Arbeitspsychologie am Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, ifaa, zur aktuellen Debatte rund um den Burnout sowie zur Verantwortung der Unternehmen für die psychische und physische Gesundheit der Mitarbeiter. Hier Auszüge des Gesprächs. Die Fragen stellte Carsten Seim.

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Rezensiert: Worthupferl über die Liebe zum Leben

worthupferl_KarlHeinz-KariusBereits auf Seite 3 warnt der Autor KarlHeinz Karius seine Leser, dass schon sehen werde, was er davon habe, wer das vorgelegte Buch „leichtfertig oder böswillig ganzheitlich oder partiell“ kritisiert. Nun ja … Wir wagen uns dennoch an eine Buchbeschreibung, um das Wort „Kritik“ gar nicht erst in die Tastatur zu tippen. Jetzt ist es doch passiert! „Worthupferl“, so nennt KarlHeinz Karius badisch weich seine Aphorismen. Unter der Überschrift „Liebe das Leben – und die Zukunft umarmt Dich!“ legt er nun die dritte gebundene Auflage vor. Das Pathos des Buchtitels dämpft der Autor selbst 15 Seiten weiter in der Rubrik „Preiswert philosophisch“, ohne dabei seine Linie zu verlieren. Zum Beispiel mit einem trockenen „Nichts tarnt sich so geschickt als Schwierigkeit wie eine Chance.“  Karius ist ein Nach-vorn-Gucker ohne immer vorneweg sein zu wollen. Seine Liebe zum Leben kommt auch in diesem Spruch zum Vorschein: „Für die perfekte 5-Tage-Woche streiche einfach gestern und morgen aus dem Kalender.“

 

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Der Buchstabe W und die deutsche Konjunktur: wie auch Positivzahlen zu neuen Warnungen führen können

Im Trend: Konjunkturkurven als Buchstaben
Im Trend: Konjunkturkurven als Buchstaben

Was wissen wir über das W? Der Buchstabe kommt an 23. Stelle im Alphabet und wird in deutschen Texten üblicherweise mit einer Häufigkeit kleiner als zwei Prozent verwendet: Das könnte sich in nächster Zeit ändern. Denn die Kommentatoren haben den W-förmigen Konjunkturverlauf entdeckt.

Die Auftragseingänge der deutschen Industrie nehmen zu, nach Quartalen sinkender Wirtschaftsleistung fängt sich das BIP offenbar wieder. Jetzt, wo das Ende der Talfahrt erst einmal erreicht zu sein scheint, will man wenigstens rechtzeitig gewarnt haben: Es könnte wieder abwärts gehen.

  • wenn zum Jahresende die Arbeitslosenzahl wieder auf vier Millionen gestiegen ist.
  • wenn die Banken weitere toxische Papiere abschreiben müssen.
  • wenn die Autoindustrie nicht länger von der Abwrackprämie profitieren kann.
  • wenn die Weltkonjunktur weiter schwächelt, weil zum Beispiel die Amerikaner zum Angstsparen übergehen, statt weiter ungehemmt und über ihre Verhältnisse zu konsumieren.
  • wenn der Wert der von den Chinesen gehorteten Dollarberge weiter verfällt.

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Konjunkturkurven: noch mehr Buchstaben: Das W, das U, das V, das Doppel W – oder geht das BIP gar baden?

Über die neue Hochkonjunktur des Buchstabens W in Wirtschaftskommentaren ist auf dieser  bereits geschrieben worden. Benedikt Fuest, Wirtschaftsredakteur beim Rheinischen Merkur, hat sich des Themas ebenfalls angenommen. Zitat:

  • In der größten Wirtschaftskrise seit 1949 ist es manchmal schwierig, die Entwicklung in Worte zu fassen. „Leider wird die Krise nicht die Form eines V haben“, versuchte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel unlängst in der Beschreibung von Konjunkturkurven. Sie erwarte vielmehr „die Form einer Badewanne“. Damit fasste Merkel die Bedenken der Konjunkturforscher zusammen, dass nach dem tiefen Fall Anfang des Jahres eine längere Phase der wirtschaftlichen Stagnation auf niedrigem Niveau folgen könnte, bevor es wieder aufwärts geht.“

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Forderung nach einem verantwortlichen Kapitalismus: Erinnerung an eine Rede von Lord Ralf Dahrendorf

Der frühere Bundesbankpräsident Professor Hans Tietmeyer mit Lord Ralf Dahrendorf und Carsten Seim
Der frühere Bundesbankpräsident Professor Hans Tietmeyer mit Lord Ralf Dahrendorf und Carsten Seim Foto: Nikola

Lord Ralf Dahrendorf, der große liberale europäische Vordenker, ist tot. Er starb am Mittwoch, 17. Juni, in Köln. Im Oktober 2004 hatte sich Dahrendorf, der als einer der wichtigsten Vertreter liberaler Gesellschafts- und Staatstheorie galt, in Berlin in einer Rede mit der Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft auseinandergesetzt. Dahrendorf forderte dabei einen  verantwortlichen Kapitalismus („responsible capitalism). Seine Kritik an allzu kurzfristigem Profitdenken liest sich wie eine vorweggenommene Warnung vor Vorgehensweisen an den Finanzmärkten, die in die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise geführt haben. Dahrendorf beschäftigte sich darüber hinaus mit der Zukunft des sozialen Ausgleichs in der Sozialen Marktwirtschaft.  Historisch betrachtet sei dieses Wirtschafts- und Sozialsystem „nicht aus einem Guss“, sondern eine „Legierung“: Wer in Deutschland von Sozialer Marktwirtschaft spreche, meine im Regelfall „Ludwig Erhard plus katholische Soziallehre“ – für Dahrendorf ein „Programm der Unvereinbarkeiten, das die frühe CDU und CSU prägte und sie in gewissem Masse bis heute prägt“.

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Merkels erster Mann im Kanzleramt und seine Lektion in Sachen Krisenmanagement

Thomas de Maizière – damals noch Kanzleramtsminister – bei der CDU-Mittelstandsvereinigung Sankt Augustin – Ortstermin in der Niederpleiser Mühle am 16. April 2009: Auf Einladung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Sankt Augustin der CDU gab de Maizière einen Einblick in das Krisenmanagement der Bundesregierung.

„Ich zögere ein wenig zu sagen, dass es die tiefste Rezession seit Gründung der Bundesrepublik ist.“ Mit diesen Worten leitete Thomas de Maizière seinen Vortrag ein und verwies auf die Nachwendezeit in den Neuen Bundesländern, deren Entwicklung er als politischer Akteur hautnah miterlebt hat. So war er unter anderem Mitglied der Verhandlungsdelegation für den Einigungsvertrag und bekleidete verschiedene Ministerämter in Sachsen. Dort, so de Maizière, sei der wirtschaftliche Einbruch wesentlich stärker gewesen als man es zurzeit in der Bundesrepublik insgesamt erlebe. Tief in Westen der Republik ein wichtiger Hinweis des erfahrenen Politik-Managers, der erkennbar um eine sachliche Debatte bemüht ist. Die aktuelle – gesamtdeutsche und weltweite – Krise sei allerdings sicher „mehr als eine normale Rezession“. Die Wirtschaft erleide zurzeit dramatische Auftragseinbrüche.

De Maizière ging dann auf das scheinbare Paradoxon ein, dass die allgemeine Stimmung und das Konsumklima trotz Ausnahmekrise immer noch vergleichsweise gut sind. „Es gibt Systeme der Binnenwirtschaft, die aktuell noch gar nicht betroffen sind.“ „Merkels erster Mann im Kanzleramt und seine Lektion in Sachen Krisenmanagement“ weiterlesen

Kommentar: Doch alles Krise?

„Trotz einer Flut negativer Meldungen zur konjunkturellen Entwicklung bleibt die Stimmung bei den Verbrauchern insgesamt nahezu unverändert“, schrieb die Gesellschaft für Konsumforschung am 26. März 2009 zur Veröffentlichung ihres  Konsumklimaindexes. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen seien „nach Zuwächsen im Vormonat jetzt zwar leicht rückläufig“. Die Anschaffungsneigung bleibe jedoch „auf gutem Niveau“. Mehrere Male in Folge hatte sich das Konsumklima in Deutschland zuvor verbessert.

Krisen-Headline vom 1. April 2009
Krisen-Headline vom 1. April 2009

Wenige Tage später, am 1. April 2009 (!), publizierte ein Wirtschaftsblatt die Schlagzeile: „Arbeitsmarkt droht zu kippen: Schwärzester März seit 1928“. Anlass für die alarmierende Headline war eine Veröffentlichung der Agentur für Arbeit. Danach sei erstmals seit 1928 die sonst übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ausgeblieben. Die Schlagzeile „dreht“, wie es Medienleute sagen, die inflationären Meldungen über die angeblich schlimmste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg „weiter“. An ihr zeigt sich einmal mehr die Problematik historischer Vergleiche, die sich aktuell durch die Krisenberichterstattung ziehen. Wie war die Lage im Deutschland von 1928 – 10 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg?

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Reformprojekt der deutschen Metallarbeitgeber

Von 2000 bis 2009 war ich als Redaktionsleiter, Sprecher und strategischer Berater für die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie getragene Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aktiv. Hier eine Übersicht von Presseinformationen aus diesem volkswirtschaftlich geprägten PR-Projekt. Sie spiegeln Rankings und Projekte wie zum Beispiel eine von mir initiierte von Professor Dr. Axel Plünnecke realisierte Studie zur frühkindlichen Bildung. In diesem Fall ging es mir um Chancengerechtigkeit für Kinder aus bildungsfernen Schichten.

Studie vergleicht erstmals bundesweit Kindergartengebühren

„Kindergärten in Deutschland – der Gebührenwahnsinn!“ So überschrieb Gruner + Jahr eine Presseinformation, die sich auf ein von mir geleitetes Projekt der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, INSM, bezieht. Wissenschaftler der IW Consult hatten im Auftrag der INSM für Beispielfamilien vergleichbare Zahlen erhoben, wie viel Kindergartengebühren in 100 deutschen Städten tatsächlich gezahlt werden. Da die Kommunen sehr unterschiedliche Gebührensatzungen und Berechnungsgrundlagen haben, sind ohne hoch komplexe Berechnungen keine Preisvergleiche möglich. Das änderte die Studie, die auf große Medienresonanz stieß. Großes Interesse fand auch eine Pressekonferenz der Zeitschrift ELTERN, die die Studie durch ihre Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki vorstellen ließ. Sie beklagte eine „soziale Schieflage“: Zitat aus der Presseinformation von G+J:

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