Ramelow und das strategische Dilemma der SPD

Heftige Diskussionen in der bundesdeutschen Politik- und Medienöffentlichkeit: Das bürgerliche Lager empört sich, dass die Linkspartei Bodo Ramelows mithilfe der SPD die Macht in Thüringen übernimmt. Ein sozialdemokratischer Freund aus Berlin weist in #fb nicht minder aufgebracht darauf hin, dass nach dem Zusammenbruch der DDR zahlreiche „Blockflöten“ nahtlos zu demokratischen „Christen“ mutiert sind. Viele von ihnen machten Karriere im nun gesamtdeutschen Politikbetrieb. Darunter waren sicher auch welche, die zu DDR-Zeiten die Blockpartei als das geringere Übel gesehen haben, um sich in der Nische dem Zugriff der SED zu entziehen. Unabhängig davon ist aber auch wahr, dass diese Blockparteien am Tropf der DDR-Staatspartei hingen und deren Alleinherrschaft scheindemokratisch bemänteln sollten.

Deshalb war mir die Schwarz-Rot-Malerei der Kohl-Union in der Zeit des Übergangs und der Jahre danach schwer erträglich. Ich erinnere mich an ein vormals führendes Mitglied einer Blockpartei, das auf CDU-Seite im Bundestag saß, während der frühere Vorsitzende der PDS-Fraktion angehörte.

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